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München - an einem Dienstag nachmittag

Was Mann oder Frau in 8 Stunden erleben können,......

"Ozapft is!" rief am dritten Samstag im September Münchens OB (Oberbürgermeister) Dieter Reiter und ergänzte: "Auf eine Friedliche Wies’n!" Bei den diesjährigen Sicherheitsvorkehrungen, könnte der Wunsch in Erfüllung gehen. Jetzt kann’s losgehen und Millionen von Menschen besuchen wie alle Jahre wieder das größtes Volksfest der Welt.

Doch wir machen diesmal einen Bogen......... um die Vergnügungsmeile auf der Theresienwiese und besuchen Münchens Innenstadt.

Eine Alternative zu Schusters Rappen sind die Rikschas. Dreiräder wie wir sie aus Asien kennen. Den Unterschied macht der Elektromotor, der die Muskelkraft unterstützt.

Ich hatte das Glück auf Jozo zu treffen. Rikscha-Unternehmer aus Kroatien und mit Feuereifer bei er Sache. Die Dreiradler eigenen sich sowohl zur Sightseeing-Tour als auch für Taxifahrten. Ich habe beides kombiniert. Um €35,- hatte ich in 50 Minuten eine Innenstadterfahrung mit durchaus kompetenter Einweisung, Kultur und Abstecher in den Englischen Garten inklusive. Um €20 fuhr mich Jozo in Taximanier zu dem einen oder anderen wichtigen Sehnsuchtsort und setzte mich zum Schluss vor dem Restaurant HALALI ab. Samt Einkaufstaschen.
Beginnen wir also mit dem Besten. Dem Schlussstein des intensiven Nachmittags in Münchens Innenstadt. Das Restaurant Halali gibt es seit über 100 Jahren und ist ein gediegenes, sehr gut bürgerliches Restaurant mit einem hohen Anteil an Stammgästen. Gekocht wird gerne regional und das auf sehr hohem Niveau. Als Beweis dafür möge der Saft (Jus) des Rehfilets dienen. Dieser köchelte und schmurgelte 48 Stunden am Herd. Dann erst diente er als dezente aber auf dem geschmacklichen Höhepunkt gebrachte Beigabe zum Filet. Die hausgemachten „Fädle“ - dünne Spätzle - waren die einzige Beilage die mir in diesem Augenblick als geeignet erschienen.

Als Ergänzung möchte ich noch anmerken, dass im Halali ein Beuschel gekocht wird, das quasi Lungenfrei ist. Aus Rindszunge und Rinderherz und hauchdünn geschnitten, versetzt mit Sauerrahm, Majoran und etwas Essig, Salz und Pfeffer, serviert mit gebratenen Serviettenknödel. Eine feine Art Innereien zu essen.

Den Appetit haben wir uns natürlich auf dem Viktualienmarkt, dem „Bauch“ Münchens geholt. Zugegeben, der Viktualienmarkt wird immer mehr zu einer Tourismus-Fress-Meile und so manche Preise sind ausschließlich aus diesem Blickwinkel zu sehen. Doch sollte der p.t. Besucher, die p.t. Besucherin sich diesem besonderen Charme einfach ergeben. Wir sind Touristen. Auch wenn wir länger als nur für einen Nachmittag bleiben, einheimisch werden wir hier nur für kurze Augenblicke. Diese muss man genießen. Da hilft übrigens auch keine Verkleidung mit Dirndl und Lederhose.

Auf rund 20.000qm verkaufen über 100 Händler Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch,Wild. Geflügel, Käse, Brot, Tee, Kaffee und man darf auch von allem probieren.
Die Metzgerzeile begrenzt den Viktualienmarkt auf der nordwestlichen Seite. Empfehlenswert ist es, dort eine Leberkäs’semmel oder eine Weißwurst zu essen. Sozusagen zum Auftakt.
Wer es trotz Münchenbesuch nicht lassen kann und italienisch essen gehen möchte, dem sei die Schrannenhalle, die gleich anschließend an das Pschorrbräu, das den Viktualienmarkt westlich begrenzt, empfohlen. Montag bis Sonntag von 11:30 - 22:30 Uhr bietet ihnen EATALY auf über 3700qm alles was ihr italophil-kulinarisch geprägtes Herz sich wünscht.

München kann auch anders und daher sei den Connaisseuren unter den Leserinnen und Lesern  das Geschäft  Pfeifen&Tabake Huber in Tal 22, gleich ums Eck vom Viktualienmarkt, empfohlen. Auch wenn sie weder Zigarre noch Pfeife rauchen und auch zu Rum und Whiskey wenig Bezug haben, schauen sie vorbei. Max Huber, der Juniorchef gibt gerne Auskunft und vielleicht gibt es gerade vor Weihnachten jemanden, den sie mit etwas Besonderem beschenken wollen.

Wir sind leider etwas zu spät in München angekommen und so konnte wir  nicht mehr die berühmten Weißwürste in der „Schneider Weiße“ oder auch Weisses Bräuhaus, genießen. Den „ bis zum Zwölfeleiten“ gibt es die berühmten Würste. Danach muss man mit allem anderen Vorlieb nehmen, was die Küche bietet. Wir haben mit einem der 12 verschiedenen Weißbiersorten unserer Reisestaub aus den Kehlen geschwemmt und waren so für einen Nachmittag in München ziemlich gut gerüstet.

Anmerkung zum Schluss: München ist keine preisgünstige Stadt. München ist auch keine deutsche Stadt. München ist bayrisch. München ist stark kulturell geprägt. Das fühlt und spürt man. Besonders als Österreicher. Hier möchte man gerne zuhause sein. Für einige Zeit zumindest.

Autor: Klaus Schauer, ks@kuchlnews.at Fotos: Klaus Schauer

Link: Weisses Bräuhaus
Link: Pfeifen&Tabake Huber
Link: manufactum, das Kaufhaus für alle guten Dinge.
Link: Der Viktualienmarkt
Link: Die Schrannenhalle - Eataly
Link: Motel One - günstige Übernachtungsmöglichkeiten, wenn nicht gerade Oktoberfestzeit ist.
Link: Jozo und seine Rikscha - eine andere Art München zu erfahren


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