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Der Lieferant, ein scheues, faules Ding!

Dramolett in einem Akt mit Kommentar


Später Vormittag auf dem Benediktinermarkt in Klagenfurt; die Sonne wärmt einige Hausfrauen und Standler; mäßiger Betrieb.
Gast: "Was steht heute auf den Speisenplan?"
Koch: Ziegenkäse gebacken, Risotto, Kalbstafelspitz, .......
Plötzlich taucht ein schwarz gekleideter junger, kräftiger Mann auf
Lieferant: "Dos Fleisch is' do!"
Koch: "Sehr gut!"
Lieferant: " Jo, ober i mechts nit hertrogn!" "Kennts as net sölba holn!?"
Koch schüttelt den Kopf, verabschiedet den Gast und geht sich sein Fleisch selbst holen.

Wäre ich nicht selbst dabei gewesen, hätte ich die Geschichte für einen Schmäh gehalten. Lieferanten die Waren mit dem Auto bringen, jedoch zu faul sind die Ware bis zum Besteller anzuliefern, sollte man auf einen Index setzen. Überhaupt muss der Konsument und Kunde mehr Courage in solchen Dingen zeigen. Widerstand gegen faule Lieferanten und Verkäufer!

Diese Beispiel zeigt, wieweit so manche Händlerseele noch jeden Auftrag, als persönliche Drohung enpfindet. Sie sollten sich ein Beispiel an den Paketdiensten nehmen, die ihre Lieferungen so hartnäckig an den Mann, die Frau zu bringen versuchen, dass sie bis in die Schlafzimmer vordringen würden, wäre nicht die Wohnungstüre jene Barierre die sie daran hindert.
Die Österreichische Post hat schon Versuche gestratet, die Pakete in den Kofferraum des Autos des Empfängers zuzustellen. Der Versuch läuft noch.
Wen wundert es also, dass wir Konsumenten immer wieder und wiederholt zu Onlineservicediensten greifen. Mittlerweile werden die Lebensmittel ohnehin schon vom Postboten gebracht. Warum soll ich mir dann einen regionalen Lieferanten antun, der nicht bereit ist mir 
auf  the last mile buchstäblich entgegenzukommen.

Endgültig wütend macht es mich, wenn die vereinte Kaufmannschaft in der Stadt mit dem Gejammere gegen Amazon, Zalando & Co anhebt. 
Wer kauft überteuertes Gewand in einem noblen Shop, wenn er dort als Bedrohung empfunden wird oder in den großem elektronischen Märkten immer besser informiert ist, als die dort selten anzutreffenden Verkäufer?

Wie immer hängt die Performance jedes einzelnen Mitarbeiters vom Chef, der Chefin ab. Es gibt genug Beispiele im regionalen Handel, wo es eine Freude ist einzukaufen. Hier ist man willkommen, spürt das und wird als Kunde wahrgenommen. Die wenigen faulen jedoch, ruinieren den Ruf einer ganzen Gruppe.


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