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Gruß aus der Dose

Sie kennen das. Sie sind soeben nach Hause gekommen. Der Tag war stressig. Die Assistenten des Vorstandes haben sie wieder mit deren geliehener Autorität gequält. Der Hauch der von ihnen verbreiteten heissen Luft hängt ihnen noch im Nacken.

Ein Hungergefühl breitet sich aus. Sie stürzen zum Kühlschrank. Nichts. Nur Tomatenmark, Wengersenf und ein abgelaufenes Joughurt.
Sie stürzen weiter. Zur Speis'. Dort finden sie nur Dosen. Sie wählen das kleinste dort gestapelte Übel und entscheiden sich für "RIO". Die 200 Grammdose Thunfisch aus dem mittleren Supermarktregal.

Schnell noch zur Dose mit dem Mais gegriffen. Achtung: Hoher Glykämischer Index !

Beides in eine plastifizierte Salatschüssel aus dem Suprbeutezug bei Hofer, letzten Samstag.
Essig dazu und etwas Olivenöl.

Salz Pfeffer und fertig ist der Magenfüller.

Wenn sie nun denken, dass diese deatillierte Grauslichkeit meiner Phantasie entsprang, so irren sie.

Ähnliches habe ich letzte Woche in einem als Top Restaurant empfohlenen Speiseausgabelokal in Zagreb erfahren dürfen.

Den Geist aus der Dose verdamme ich nicht. Selbstverständlich verwende ich auch Pellati Tomaten und nehme das Tomatenmark aus dem kleinen Döschen.
Auch die Jahrgangssardinen aus Frankreich kommen natürlich aus der Dose.

Die Kombination ist es. Wie immer. Und der Moment.
Für einen Salat Nicoise gibt es nur die Thunfischfilets aus der Dose oder dem Glas; alles andere ist Experimentalküche.

Und für die Füllung meiner Tortillias entwende ich auch nicht erst Maiskolben vom 20 km entfernten Feld, koche diese kernig und picke den Mais einzeln vom Kolben. Dafür wurde die Dose erfunden.

Wo die Zuordnung verschwimmt und der einfache Kombüsenjunge zum Haubenkoch mutieren möchte, wird aus den einzelnen guten Inhalten, Büchsenfutter.
Ahoi !

Herzlich ks


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